Statt mehr Leistung jetzt weniger Emission: Projekt CO2-100minus ist das Nachfolge-Projekt von v300plus.
Autogas-Fahrzeuge sind alles andere als langsam. Dieser Beweis ist mit dem Projekt v300plus erbracht, das bereits Nachahmer gefunden hat. Jetzt soll die Umweltfreundlichkeit dieses innovativen Kraftstoffes noch stärker als bisher in den Vordergrund treten. Das neue Ziel: Ein Fahrzeug soll auf Flüssiggas (LPG) umgerüstet und so optimiert werden, dass der CO2-Ausstoß unter 100 g pro Kilometer liegt. Damit würde nach den Plänen der Bundesregierung eine Befreiung von der Kfz-Steuer erreicht. Das erklärten die Partner des Projektes v300plus – darunter der Autogas-Lieferant Westfalen AG, die Kraftfahrzeugüber-wachungsorganisation KÜS, Motoröl-Hersteller Fuchs, die das Forschungsprojekt voraussichtlich weiterhin begleiten – vor dem Hintergrund der jetzt vom Bundeskabinett verkündeten Kfz-Besteuerung auf CO2-Basis ab 2009.
Im Oktober war in einem von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Saarbrücken und der Fachhochschule Kaiserslautern wissenschaftlich begleiteten Test eine Geschwindigkeit von 303,6 km/h erzielt worden. „Dabei lagen die CO2-Emissionen um 14,8 Prozent unter denen im Benzinbetrieb“, bilanzierte Prof. Dr. Thomas Heinze, der mit seinen Studenten die in Papenburg gewonnenen Messergebnisse ausgewertet hat. Zugleich war bei dem Motor eine beachtliche Leistungssteigerung festzustellen. Allein der Betrieb mit Autogas brachte ein Prozent, durch eine optimale Anpassung an LPG konnte insgesamt ein Plus von zehn Prozent auf 330 KW (449 PS) verzeichnet werden. Damit erreichte der Hartge-BMW im Autogasbetrieb eine höhere Geschwindigkeit als im Benzinbetrieb.
Auch wenn der Name v300plus bleibt, so heißt die Marschrichtung jetzt 100minus. Untersucht werden soll dabei auch, welche Rolle Additive im Kraftstoff bei der Schadstoff-Reduzierung spielen können. Heinze und seine Professorenkollegen Harald Altjohann und Patrick Klär haben noch einige andere Ideen, um das ehrgeizige Ziel zum Erfolg zu führen. Doch hierbei wollen sie sich noch nicht in die Karten schauen lassen. Sicher ist aber, dass auch die Monovalenz – also der Verzicht auf einen zusätzlichen Benzinbetrieb – weiter verfolgt wird. Das spart Gewicht und gibt gleichzeitig die Möglichkeit, den Motor ausschließlich auf Autogas zu optimieren.